Bulgaria Diaries #1 North-East: steep coasts and the Danube

Ich hatte euch noch mehr Geschichten aus Bulgarien versprochen. Und ja, hier kommen die Orte, die ich über die Jahre besucht habe, die mich beeindruckt und inspiriert haben. Hand aufs Herz, ich liebe es, meine Heimat zu bereisen.

All that traveling has begun very early as you can see: me and my hiking stick

Und lange Jahre war dies eine gemeinsame Unternehmung von meinen Eltern und mir. Schon in meiner Kindheit waren wir im Urlaub ständig on the road. Und später, jedesmal, wenn ich aus Deutschland nach Hause gekommen bin (1-2 Mal im Jahr), haben wir uns ins Auto gesetzt und sind in die entferntesten Ecken von diesem kleinen Land gereist, haben uns verfahren und wieder gefunden an anderen Orten. Eine Reise in Gegenwart und Vergangenheit gleichzeitig. Fast so wie bei Stephen Hawking.

Als Allererstes nehme ich Euch mit auf die Reise in den Nord-Osten Bulgariens…Nach…

Warna
Nördlich von Burgas verändert sich die Küste Bulgariens mit einem Schlag. Man fährt eine kurvige Bergstraße, um nach Warna zu gelangen – absolut nichts für schwache Nerven und untrainierte Mägen. Achtung: Autofahren in Bulgarien ist einfach anders! Wir haben eine einzige Autobahn, die seit 40 Jahren gebaut wird und es fehlen noch immer 40 km in der Mitte, um diese Straße auch eine komplette Autobahn nennen zu können. Alles andere sind Landstraßen und das Überholen ist immer im Gegenverkehr. Manchmal sind die Wagenkolonnen so dicht, dass Risiko, Hochmut und Selbstüberschätzung auch ganz dicht beieinander liegen.

Warna nannte sich mal die Meereshauptstadt Bulgariens. Nun hat Burgas sich aber in den letzten Jahren schneller und besser entwickelt und Warna diesen Status strittig gemacht. Das Besondere an Warna sind die Straßenzüge im Zentrum, die schöne alte Häuser beherbergen, der große Park und die nahen Villasiedlungen, eingekuschelt in einer hügeligen Landschaft.

The city centre of Warna hides a lot of beautiful old buildings

Some shadow on the main street in the hot Bulgarian summer…

Nördlich von Warna beginnen die Augen zu staunen. Die Schwarzmeerküste hier besteht aus steilen Klippen, die sich ins Meer hineinfresen. Weiße, schroffe Kalkwände, teilweise einsame Strände und eben noch ein Fünkchen von diesem wilden Bulgarien, das ich noch so liebe. Hier findet man diese magischen Orte:

  • Kaliakra: eins der mehrmals eroberten Kaps mit wunderschönen zerklüfteten, bis zu 70m hohen, rötlichen Felsen, an dem sich viele Seeschlachten, beginnend schon im 4. Jhr v. Chr., ereignet haben
  • Tyulenovo: ein kleiner Ort mit fantastischen Felsenformationen und einer magischen Atmosphäre wie am Ende der Welt. Und ganz in der Nähe befindet sich auch mein Lieblingsstrand „Bolata“- ein kleines Badejuwell zwischen den Felsen. Hier machen die Vögel Rast auf der Via Pontika, einem der Hauptwege der Zugvögel. Über einen steilen Gehweg klettert man auf die Felsen und hat eine unglaubliche Sicht auf die muschelförmige Bucht
  • Shabla: der östlichste Punkt Bulgariens, bekannt mit seinem Leuchtturm
DSCN1892

Tyulenowo – dammit, it’s one of the most romantic places ever!

IMGP2959

Cap Kaliakra – a red tongue in the Black sea

Russe
Noch ein paar Kilometer trennen uns hier von der rumänischen Grenze. An der Donau liegt die Stadt Russe, die schon im 5. Jahrtausend v. Chr. besiedelt war. Russe lockt mit prächtigen alten Gebäuden und einem Spaziergang über die wunderschönen Donaupromenade bei Sonnenuntergang. In Russe steht auch eine von zwei Brücken zwischen Bulgarien und Rumänien – ein Überbleibsel aus der kommunistischen Ära. Ursprünglich wurde die Brücke zwischen Russe und Giurgiu „Freundschaftsbrücke“ genannt, weil sie als Symbol für die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern dienen sollte. Es dauerte nur ein paar Jahre und die Freundschaftsbrücke durfte nicht mehr betreten werden. Witzig oder? Ende der 60er Jahre sicherte Rumänien seine Grenze zur Sowjetunion und auch zu Bulgarien. Erst ein Jahrzehnt später durften Bulgaren und Rumänen die Brücke wieder passieren und ins Nachbarland reisen. Aber nicht mehr über die Freundschafts-, sondern über die Donaubrücke, so der neue Name.

Russe’s city center is charming!

Our car… No, just joking.. The car of some wannabe cool dude

Die Felskirchen von Iwanowo
Etwa 20km südwestlich von Russe findet man etwas Einzigartiges: ein Komplex von orthodoxen Kirchen, gebaut in einer massiven Felsenlandschaft, ganz hoch. Eine spektakuläre Konstruktion. Bereits ab dem Ende des 12. Jhrs bewohnten einzelne Eremiten die natürlichen Höhlen der Berge und gruben dabei Kammern in den weichen Kalkstein. Die Fresken, die aus dem 13-14 Jhr. stammen, sind nicht zufällig UNESCO-Weltkulturerbe. Ganz beeindruckend ist die Wandmalerei vom letzten Abendmahl, gemalt von einem unbekannten bulgarischen Künstler in den Felsen und das ein Jahrhundert, bevor Leonardo Da Vincis sein berühmtestes Wandgemälde der Welt schenkte.

The rock churches of Iwanowo from the inside

In der nächsten Diary-Folge reisen wir ins Zentralbulgarien – zu den Tälern der thrakischen Könige, der Rosen und zum Balkangebirge…Stay tuned!🙏

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