Welcome to the jungle!

…singt Axel Rose den Soundtrack zu meinem Abenteuertrip nach Machu Picchu. Man kann zwischen mehreren organisierten Wandetouren wählen oder die Anreise selber in die Hand nehmen. Die bekannteste und gleichzeitig teuerste Route ist wahrscheinlich der Inka-Pfad. Mit 750 $ für 4 Tage ist mir das allerdings ein wenig zuviel.

Ich erinnere mich an eine Empfehlung von Leuten aus Puno, die mir den „Jungle-Trail“ empfohlen haben und suche gezielt nach der erwähnten Agentur. Am Ende stehen 4 Tage Jungle-Trail auf dem Zettel mit einer Radtour, Rafting, Wandern und Zip-Lining. Mit Übernachtung, Verpflegung und allen notwendigen Eintrittsgebühren kostet uns der Spaß lediglich 270$ pro Person. Ich mache mich direkt an die Arbeit und besorge alles Notwendige für die kommenden Tage: Toilettenpapier (sehr wichtig im Jungle!!), Wasser und natürlich die bewährten Coca-Blätter. Am nächsten Tag geht es um 7 los!

Mountain-Biking auf Serpentinen – und mit Trucks!

Die Reise beginnt in einem hundertjährigen Toyota XY, der sich mit einer Gruppe von 15 Leuten aus unterschiedlichen Ländern auf die Fahrt zur ersten Station hoch in den Bergen begibt. Von dort aus fahren wir in „professioneller“ Ausrüstung den Berg wieder hinunter. Wir sehen etwas wie Darth Vader aus und amüsieren uns prächtig. Die Fahrt nach unten ist sehr beeindruckend und wir rasen den Weg runter….naja, ich eher nicht. Denn tatsächlich ist die Landschaft jeden Blick wert. Wir erleben den Wechsel der alpinen Berglandschaft zum Dschungel und den damit verbundenen Klimawechsel ins tropisch heiße. Wir passieren Flüße und werden von gefühlten hundert LKWs hupend überholt. Mal ist das furchtbar beängstigend, mal aufregend.

This road down?! OMG, I’m just hoping that my breaks are gonna do a good job!
I am ready but actually not at all prepared for the adrenaline rush!

Rafting

Nach dem Radrennen geht es zum Urubamba-River. Schnell bemerkt die Gruppe, dass die Beschreibung des Flusses mit Level 3+ wohl bedeutet, dass hier der Fluß keinen Spaß versteht. Mit 6 + 1 Personen bekämpfen wir gemeinsam die Stärke und die Strömungen des Flusses. Wir hören auf Kommandos wie „Left back, right foward“ und motivieren uns mit regelmäßigen „Team-Power“-Rufen. Manche Wellen werden über 2 Meter groß, so dass wir komplett nass und mit einem Adrenalinüberschuss nach einer Stunde an unserem Ziel ankommen. Der Rest des Abends verläuft ruhig bei einem Bierchen und den Vorbereitungen für den nächsten Tag.

The next adrenaline rush – puh!

Hiking auf dem Inka-Trail – ich sterbe!

Um 7 Uhr beginnen wir mit unserer Wanderung und haben ca. 10 Stunden vor uns. Ziel ist eine Thermalquelle mitten im Dschungel. Also marschieren wir durch den tiefsten Dschungel in Peru und erleben die Ausläufe des Amazonas hautnah. Wir passieren riesige Coca/Kaffee und Bananen-Plantagen, werden von Millionen hungrigen Mücken vergewaltigt und befinden uns in der Mitte unserer Wanderung auf einem Teil des originalen Inka-Trails zum Machu Picchu. Unglücklicherweise dem höchsten Teil in ca 3.400 Meter Höhe, so dass ich einen erneuten Adrenalin-Kick bei dem Blick nach unten bekomme. 3 Stunden lang wandern wir auf einem sehr engen Pfad mit einem Blick in 400 Meter Tiefe ohne jegliche Sicherung. Ich schwitze. Zwischendurch kreuzen wir kaputte und wackelige alte Brücken und müssen sogar einen prähistorischen Seilzug benutzen, um den wilden Fluß zu überqueren. Indiana Jones lässt grüßen. Die Thermalquellen am Abend – Was für ein Segen für die geschundene Muskulatur.

starting the 10 hours hike
Parts of it are parts of the original Inka trail
It’s getting narrow here
Jungle warriors from different countries all over the world: USA, England, Spain, France, Chile, Switzerland
Crossing coca fields
and bananas plantations
Peruvian Schnaps with snakes inside
Say: Hallo!
A hiking nightmare for me! The river valley is 400m under my feet…
The Xmas plants are giant in the rainforest
Trembling knees once again – aaaaa!

Essen und Party in der Restautheke

Eigentlich will ich direkt ins Bett, aber unser Guide sagt, wir sollen uns für das Essen und die anschließende Party fertig machen. Also befinden wir uns eine Stunde später in einem Restaurant und essen zum 6 Mal Hähnchen mit Reis und eine Gemüsesuppe (Wie abwechslungsreich!). Nach dem Essen verwandelt sich das Restaurant in eine Diskothek. Die Tische werden kurzerhand zur Seite geschmissen, die Tanzflächen erscheint und das Diskolicht wird angemacht. Diese plötzliche Verwandlung verleiht dem Ort den Namen „Restautheke.“ Obwohl wir alle wirklich erschöpft sind, feiern wir bis zum Sonnenaufgang und vernichten den Biervorat der Restautheke.

Zip-Lining

Mit einem Kater und total fertig starte ich den nächsten Tag. Auf dem Programm steht Zip-Lining. Hierfür müssen wir einen Hügel in 600 Metern Höhe besteigen. Oben angekommen sehe ich, dass der Hügel über einem Drahtseil mit einem anderen Hügel in ca. 500 Metern Entfernung verbunden ist. Auf diesem Drahtseil wird man mit einer Karabinervorrichtung fest verbunden und mit Schwung auf die Reise geschickt. Freier Blick nach unten natürlich. Es ist beängstigend hoch und kostet eine Menge Überwindung die anfängliche Panik zu überwinden. Aber nach der ersten Panikattacke macht es fast schon Spaß.

Aguas Calientes – letztes Stopp vor Machu Picchu

Nach diesem Höhenabenteuer wandern wir weiter nach Aguas Calientes auch bekannt als das Machu Picchu Dorf. Der Weg führt uns an Bahngleisen mitten im Dschungel entlang und die Aussicht ist wieder einmal unbeschreiblich. Der Ort ist magisch. Die Machu Picchu Citadelle ist direkt über uns, aber wir können sie noch nicht sehen. Eine mystische Atmosphäre liegt über dem Dorf und ich kann den Aufstieg kaum erwarten.

Um 4 Uhr morgens am nächsten Tag geht es los. Der Weg nach oben führt uns in der Dämmerung wieder durch den tiefsten Dschungel über 500 Jahre alte Treppen. Ganz steil ist der Weg nach oben und es dauert über eine Stunde, bis ich total durchgeschwitzt und erschöpft oben ankomme. Eins ist klar: noch nie im Leben war ich um 6:00 so außer Atem und fertig. Trotzdem lohnt sich jeder Zentimenter des Weges, denn die Atmosphäre ist wie in einer anderen Zeitepoche und mit Worten kaum zu beschreiben.
Den Rest der Geschichte fasse ich kurz zusammen: Machu Picchu wird zurecht als eines der Weltwunder beschrieben. Aber schaut doch selbst!

On the way to the Machu Picchu village
Leaving the village at 4 a.m. in the morning – 2 hours hike to the top
The morning is coming…
…and the mountains are revealing slowly
MAGIC!
Abs happy – sunny weather and no clouds!
Feeling grateful for this beauty!
Its Majesty Machu Picchu
After 2 more hours hiking down. And the hassle is every second worth!

2 Gedanken zu „Welcome to the jungle!&8220;

  1. sooo schöne Fotos! Aber warum können diese Tempel eigentlich nicht im Tal an einer gut ausgebauten Dschungelautobahn liegen? Ich bekomme ja schon beim lesen über tiefe Abgründe und wackelige Brücken und zip lines erst ganz weiche Knie. Wie gut, dass ihr keine Videos mit einer go-pro Kamera gemacht habt.

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