In welcher Höhe kann man noch Crêpes essen?

Ich glaube es kaum, aber ich stehe auf dem Brevent, einem freundlichen Berg im Mont Blanc Massiv, mit einer stolzen Höhe von 2.500m und esse Crêpe avec Frommage. Hochalpine französische Köstlichkeiten mit Blick auf einen schneebedeckten, majestätischen Mont Blanc. Crêpes in den Bergen sind häufiger anzutreffen als öffentliche Verkehrsmittel oder Taxen in den französischen Alpen.

Alles fing mit Max Richter und seiner Interpretation von Vivaldis Sommer an. Diese Musik ist buchstäblich zum Heulen schön. Sie schleudert dich ins Weltall, wo du die Einsamkeit und die unendliche Weite des Kosmos spürst. Sie lässt dich unter einer Ozeanwelle tauchen und die unbändige Kraft des Wassers erleben. Und dann bringt sie dich einfach zum Weinen. Als du im Weltall, im Ozean oder in der Schweizer Luft am Bord von Swiss Air verweilst…

Nach Vivaldi kamen dann die weißen Alpenspitzen. Einfach wunderschön.
Ich fliege für mein Leben gerne. Das Gefühl beim Landen, wenn alles in deinem Inneren Kopf steht, macht mich süchtig. Ich frage mich ernsthaft, ob man nicht einfach zwischendurch landen sollte. Eine sog. Präventivmassnahme gegen Langeweile im Cockpit und in der Kabine.

Angekommen in Samöens, stellen wir fest, es gibt eine Bahn und ein einziges Taxi, die uns zum Startpunkt der Hüttentour bringen würden. Die frühe Uhrzeit wird egal, als wir die Bahnansage in Hochdeutsch hören. „Nächster Halt ist ein Halt auf Verlangen“… Es herrscht offenbar großes Verlangen in diesem Land!

Wir müssen unseren ursprünglichen Wanderplan umwerfen, weil die Hänge überhaupt nicht schneefrei sind. Es ist Ende Juni, aber wir müssen unzählige, hoch gelegene Schneefelder überqueren. Bei einem, welches 45 Grad steil ist, muss ich meine tierische Angst überwinden. Schritt für Schritt, die Schuhe in den Schnee reindrücken und mit beiden Händen sich am Hang fest krallen – das ist extrem adrenalinreich und einfach bitterkalt. Meine Finger verbrennen. Zur zweiten Hütte kommen wir trotzdem nicht. Unser Verstand schaltet sich ein und wir steigen bei der nächsten Gelegenheit ab. Am nächsten Tag gelangen wir zur Hütte von der anderen Seite aus und können sogar bis zum gefrorenen See hoch. Fantastisch, mit wenig Panikpotential.

Erste Travel-Tipps:
Start-Ort: Samoens, Frankreich
Geplante Route: Les Houches (1000m) – Refuge Bellachat (2152m) – Refuge Alfred Wills (1810m) – Salvagny (764m)
Highlights: Ende Juni noch sehr viele Schneefelder zu überqueren (Stöcke und Spikes sind ein Muss), toller Blick auf Mont Blanc von der Terasse der kleinen Refuge Bellachat, Crepes auf dem Le Brevent (2525m), frisch gekochte Suppe, Käse und Bier auf der Refuge Alfred Wills (männergeführt! Gute köche!) und 1,5 St. davon entfernt findet sich ein toller See (lake d’Anterne)
Wie kommt man hin: die kürzeste Anreise ist die mit dem Flieger nach Genf und von da aus 1,5 Stunden mit dem Auto.
Achtung: Taxen und Buslinien in den französischen Alpen sind nicht selbstverständlich verfügbar. Und Bier ist eben teurer als Wein;)

Swiss Air, Max Richter and no Alps yet

There they are! White Alps
Samoens, a little French village in the Alps
Who doesn’t love the French bakeries?!
I definitely do! Croissant and coffee – the best start for a hiking tour!
Here we go. Off to the Bellachat hut, 2.200m
A dangerous separatist FARC group is hiding in France
Done! And Mont Blanc is laughing behind me
Bloody cold this French hut but fortunately there is some Glühwein
The magnificent view @6a.m.
Small but tidy hut with a very nice landlord, she’s been working here for 35 years now
A lot of snow on our way up
Reached the Brevent at 2.500m! Crêpes included 🙂
Our brave team!
Getting used to the snow takes time but can also be fun!
Tones of snow and glaciers
Crossing snowfileds after the big adrenalin kick
The other way to the Alfred Will hut
Funny picture out of aluminum doses
The freezed lake 1.5 hour up from the hut
Beautiful Alp roses

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